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		<title>www.mynster.de - was gibts neues?</title>
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		<description>Was gibts neues in Münster?</description>
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		<lastBuildDate>Thu, 27 May 2010 02:19:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>WOLVES IN THE THRONE ROOM</title>
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			<description>*** WOLVES IN THE THRONE ROOM (Olympia, Washington, USA) + DER WEG EINER FREIHEIT (Würzburg) *...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">2005, ein Jahr nach Gründung ihrer band WOLVES IN THE THRONE ROOM,  kauften die Brüder AARON (Gitarre, Gekeife) und NATHAN WEAVER  (Schlagzeug, Synthesizer, Bass, Gitarre) die „Calliope Farm“, ein so  verwunschenes, wie herunter gekommenes ehemaliges Hippie-Domizil  außerhalb von Olympia, Washington, USA - in den Wäldern um Olympia soll  im übrigen LARS VON TRIERs ANTICHRIST herum spuken („Die Natur ist  Satans Kirche!“ - CHARLOTTE GAINSBOURG), auch wenn er in NRW gedreht  wurde - renovierten eigenhändig das Gehöft, dummerweise mit „Filosofem“  von BURZUM als Arbeits-soundtrack, zogen mit Familie und Freunden ein,  leben bis heute dort und verkaufen ihr ökologisch angebautes Bio-Gemüse  auf dem farmer’s market von Olympia.</p>
<p class="bodytext">2006 erschien das erste Album der band, „Diadem of 12 stars“, womit  der Kult um WOLVES IN THE THRONE ROOM seinen Anfang nahm, was vielleicht  auch an den bis heute kyptischen Pressefotos liegt, bei denen man den  Wald vor lauter Bäumen nicht sieht (<em>Hey! Ist das da ein Ent?</em>),  und die band schon mal so gar nicht (<em>Hey! Drei Ents!</em>). Nicht  nur, dass Black Metal außerhalb von Skandinavien kommerziell gesehen  mehr gehört, als praktiziert wurde und WITTR damit schon mal  zwangsläufig die Exotenrolle zu fiel - die trotz des Genre-treuen  unmenschlichen Gekeifes und rumpeligen Schlagzeugs geradezu  übersinnliche Atmosphäre ihrer nicht enden wollenden songs (besser:  Symphonien - bis heute unterschreiten Lieder der band selten die 10  Minuten-Grenze), begeisterte schon damals Kritiker und Publikum  gleichermaßen, spaltete aber auch ganz gehörig.</p>
<p class="bodytext">Während der mainstream (und in Sachen Black Metal sind das wirklich  alle anderen, insbesondere „diese schwulen indie rock pussies“, zu denen  auch ich mich zählen darf), zunehmend Wind von der Sache bekam, begann  das Gedisse innerhalb der hardcore community nahezu stante pede: Zwar  war man sich allgemein einig darüber, dass die hauptsächlichen Einflüsse  von WITTR tatsächlich im ursprünglichen norwegischen Black Metal liegen  (insbesondere BURZUM, ULVER und frühe EMPEROR), doch der  spirituelle, wenn nicht gar esoterische Weg, den WITTR abseits der  von eben diesen bands angelegten misanthropisch-satanis(tis)chen Pfade  nahmen, nämlich hin zu dieser Bäume-umarmenden, radikal-ökologischen  message, die WITTR inzwischen eher als „Green Metal“ denn als Black  Metal band dastehen lassen (wenn nicht gar als ambient-, trance-, oder schamanische band), stieß vielen sauer auf.</p>
<p class="bodytext">WITTR entziehen sich wirklich jedem Schubladendenken, was ihnen in  beiderlei Hinsicht zum Verhängnis wurde: Während unreflektierte Die Hard  Black Metal-Jünger, Kirchenanzündungsbefürworter (<em>„Odin! Rette uns  vor Jesus!“</em>) und VARG VIKERNES-Verehrer hasserfüllt auf WITTR  einschlugen, weil sie sie zurecht im politisch linken Spektrum ausfindig  machen mussten, bekamen WITTR auf ihren Europa-Tourneen die volle  Breitseite der zumeist völlig inkompetenten mainstream- /  indie-Musikpresse zu spüren, denen nicht einmal die geographische,  geschweige denn ideologische, Nähe zum im Olympia, Washington,  beheimateten radikal-feministischen „Killrockstars!“-label auffiel:  Allein schon die lobende Erwähnung von BURZUM seitens WITTR als ihren  musikalischen Haupteinfluss ließ den Gutmenschengeifer schon tropfen.  Und der Rosseausche Zurück-zur-Natur-Imperativ, den die Gebrüder WEAVER  so leidenschaftlich in die Welt tragen (beide sind Mitglieder bei „Earth  First!“, einer radikalen Öko-Untergrundbewegung, die sich inzwischen  sogar mit Waffengewalt gegen naturelle Ausbeutung wehrt), war in Europa,  speziell in Deutschland, auf einmal nicht mehr wichtig. </p>
<p class="bodytext">Stattdessen wurde aus den Ingredienzien Black Metal (von jeher  verdächtig), RUDOLF STEINER (Antisemit! Nich'? - auf dessen  anthroposophische Lehren sich WITTR berufen) und US-amerikanischem  Hegemonialanspruch in Sachen Weltpolitik eine so richtig eklig  schmeckende Brühe angerührt: WOLVES IN THE THRONE ROOM, noch dazu  hierzulande dummerweise mit supporting acts ausgestattet, die dem  Germanentum ein wenig zu demaskiert fröhnen (wobei man den Germanen  schwerlich vorwerfen kann, deutsche Ureinwohner gewesen zu sein, denen  irgendein daher gelaufener Österreicher irgendwann die SA-Binde  umgebunden hat), sahen sich plötzlich in die NSBM (National Socialistic  Black Metal)-Ecke gedrängt und mussten sich live on stage verteidigen.  So geschehen beispielsweise im AJZ Bielefeld - als würde die location  allein nicht Bände genug sprechen.</p>
<p class="bodytext">Der Prophet gilt nichts im eigenen Genre - so oder ähnlich könnte man  das WEAVERsche Dilemma wohl ausdrücken. Und sie machen es dem Black  Metal weiterhin nicht leicht, Satan sei Dank: Auf corpse paint wird  konsequent verzichtet (Pandabären sind an der US-amerikanischen  Nordwestküste nun einmal nicht beheimatet), zutätowierte Waldfeen mit  engelsgleichem timbre, das fast an DEAD CAN DANCE erinnert, werden als  Gastsängerinnen verewigt („Cleansing“ - was für eine Elegie!), man tritt  mit Bäume umarmenden hippie folkies wie P.W. ELVERUM alias MOUNT EERIE  auf (dessen letztes, im übrigen !fantastisches! Album „Wind’s poem“  komischerweise sehr schwarzmetallisch ausgefallen ist), huldigt explizit  dem deutschen Romantik-Maler CASPAR DAVID FRIEDRICH („Wanderer above  the sea of fog“) und erntet weiter munter (schwarze?) Karotten &amp; Co.  auf dem band-eigenen Bauernhof. (Und hört weiterhin hauptsächlich  BURZUM, alias VARG VIKERNES, und kann doch tatsächlich zwischen der  Musik und dem mörderischen Rassisten dahinter einen Trennstrich ziehen!  Wow! Wer kann das schon? Hierzulande wohl die wenigsten, denn böse  Menschen haben gefälligst auf keinen Fall Lieder zu haben. Und schon gar  nicht solche Meisterwerke wie „Dunkelheit“.)</p>
<p class="bodytext">Zwischendurch hat man weitere Tonträger veröffentlicht, von denen  einer besser ist als der andere, „Der Spiegel“ und „Die Zeit“ berichten  plötzlich (erstaunlich kompetent und wohlwollend) über Black Metal und  das Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“ darf auch einmal über diese  seltsamen Kuttenträger von SUNN O))) räsonieren - die Verräter an der  misanthropischen Black Metal-Sache von WITTR stehen mit einem Mal als  große Versöhner da, sonnen sich aber nicht in ihrem Ruhm, sondern nehmen  lieber schließlich ein Album namens „Black cascade“ auf, dass so  markerschütternd finster, nihilistisch und zivilisationsverachtend daher  kommt wie Black Metal halt sein sollte, gleichzeitig aber dermaßen zu  Tränen rührend wunderschön ist und an die besten Momente von NEUROSIS  und GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR erinnert, dass sich hier letztendlich  die Genres munter untereinander befruchten dürfen und kein Black  Metal-Purist, kein unwissender Gutmenschen-Feuilletonist, kein  Schwulenhasser und vor allem kein gläubiger Katholik mehr irgendeinen  triftigen Grund dafür finden kann, warum WOLVES IN THE THRONE ROOM nicht  als beste (weil dem Genre abtrünnig gewordene) Black Metal band aller  Zeiten durchgehen könnte, außer man postet halt den üblichen  youtube-Kommentar-Dünnschiss, der im Fall von WITTR zumeist  homosexuellenfeindlich orientiert ist: Die possierliche Beschimpfung  „faggot“ kommt in Bezug auf WITTR ebendort häufiger vor als „bitch“ in  einem gangster rap song. Noch ein Beleg dafür, dass diese band auf dem  besten Weg ist, ihr Ziel zu erreichen, was sogar in der Redaktion der  „Rock Hard“ inzwischen angekommen ist:</p>
<p class="bodytext"><em>„WOLVES IN THE THRONE ROOM erinnern uns daran, wofür wir - die  Metalszene, verdammt noch mal! - früher mal standen und worauf wir uns  endlich zurückbesinnen sollten: Standhaftigkeit, Ungezügeltheit, das  Erleben des inneren Biests, allein gegen den gleichgeschalteten Rest!  Black Cascade ist die pure Essenz des Schwarzmetalls, klug, eigensinnig,  abgrundtief, manisch, schmutzig, bissiger und klarer, giftiger als der  zuweilen mystische und deshalb auch geheimnisvoller anmutende Vorgänger  Two Hunters. Es ist ein Album der Wut, der Krallen, der geschleuderten  Blitze. Es ist Abgrenzung! Es drückt all das aus, wofür Heavy Metal  endlich wieder stehen MUSS! Auch beim Rock Hard!“&nbsp;</em>(Wolf-Rüdiger  Mühlmann, Rezension zu „Black cascade“, Heft Nr. 262, Ausgabe März 2009)</p>
<p class="bodytext">WOLVES IN THE THRONE ROOM spielen zusammen mit den  Fast-noch-teenagern von DER WEG EINER FREIHEIT (trotz Absenz eines  Schlagzeugers und eines deswegen eingesetzten drum computers  möglicherweise die beste deutschsprachige Black Metal band) ein Konzert  am kommenden Sonntag, 30. Mai 2010, im Gleis 22 zu Münster. Einlass ist  um 20.30 Uhr, Beginn um 21.00 Uhr. Konzertkarten kosten im Vorverkauf  10,-, an der Abendkasse 13,- Euro.</p>
<p class="bodytext">WOLVES IN THE THRONE ROOM - So macht Landwirtschaft Spaß!</p>
<p class="bodytext"><strong>::: Links :::</strong></p>
<p class="bodytext">WOLVES IN THE THRONE ROOM</p>
<p class="bodytext">- <a href="http://www.wittr.com" target="_blank" class="ext" >http://www.wittr.com</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/wolvesinthethroneroom" target="_blank" class="ext" >http://www.myspace.com/wolvesinthethroneroom</a><br> - <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wolves_in_the_Throne_Room" target="_blank" class="ext" >http://en.wikipedia.org/wiki/Wolves_in_the_Throne_Room</a><br> - <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolves_in_the_Throne_Room" target="_blank" class="ext" >http://de.wikipedia.org/wiki/Wolves_in_the_Throne_Room</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/Wolves+in+the+Throne+Room" target="_blank" class="ext" >http://www.lastfm.de/music/Wolves+in+the+Throne+Room</a></p>
<p class="bodytext">Calliope Farm</p>
<p class="bodytext">- <a href="http://calliope-farm.com" target="_blank" class="ext" >http://calliope-farm.com</a><br> - <a href="http://www.olympiafarmersmarket.com/Vendors/calliopefarm/index.html" target="_blank" class="ext" >http://www.olympiafarmersmarket.com/Vendors/calliopefarm/index.html</a></p>
<p class="bodytext">DER WEG EINER FREIHEIT</p>
<p class="bodytext">- <a href="http://www.myspace.com/derwegeinerfreiheit" target="_blank" class="ext" >http://www.myspace.com/derwegeinerfreiheit</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/Der+Weg+Einer+Freiheit" target="_blank" class="ext" >http://www.lastfm.de/music/Der+Weg+Einer+Freiheit</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Konzerttipp</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 27 May 2010 02:19:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>MURDER BY DEATH</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M5d51ef7a602.0.html</link>
			<description>*** MURDER BY DEATH (Bloomington, Indiana, USA) + DIESELKNECHT (Dortmund) * Donnerstag, 27. Mai...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">„Like THE EXORCIST, but more breakdancing“, „Knife goes in, guts come  out“, „Who will survive and what will be left of them?“ und, quasi als  Erklärung all dieser gelinde gesagt blutrünstigen Album- und song-Titel,  „We watch a lot of movies“ - dass es ziemlich genau die Dekade ihres  bisherigen Bestehens gedauert hat, bis QUENTIN TARANTINO endlich auf  MURDER BY DEATH aufmerksam wurde, ist für den Kultfilm-Regisseur, den  ihren song „Comin’ home“ schließlich auf dem soundtrack seines jüngsten  Meisterwerks INGLOURIOUS BASTERDS verewigte, fast schon ein  Armutszeugnis.</p>
<p class="bodytext">Denn MURDER BY DEATH passen auch noch musikalisch in die von Herrn  TARANTINO dankenswerterweise nie wirklich aufgeräumte Schublade:  Dängelnde, quengelnde surf-Gitarren, ironische, von  Popkultur-Querverweisen nur so strotzende Texte, stolz präsentierte  country’n’folk roots, nebst hardcore-punk-Migrationshintergrund: MURDER  BY DEATH gefallen sich zurecht als Quintessenz aus NICK CAVEschen  „Murder ballads“, dem „American Recordings“-JOHNNY CASH und  infernalischem folk punk, gewürzt mit einer Prise American Gothic à la  16 HORSEPOWER, oder deren Nachfolgern WOVEN HAND und SLIM CESSNA’S AUTO  CLUB.</p>
<p class="bodytext">Live toppen sie dieses eh schon mehr als standhafte Konstrukt mit  einer Energie-geladenen Bühnenshow, die vor allem von Indierockhausens  most sexiest cello player, SARAH BALLIET, bestimmt wird, die ihr  Instrument bei Konzerten derartig zwischen ihren Schenkeln zer-bratscht,  dass man(n) sich nicht entscheiden kann, ob man das arme Cello nun  bedauern soll, oder an seiner Statt sein möchte.</p>
<p class="bodytext">Doch genug der albernen Personifizierungen von Streichinstrumenten  des billigen Sexismus wegen, eine nicht minder genial benannte  Vorgruppe muss auch noch erwähnt werden: DIESELKNECHT (= THE MOUNTAIN BOYS) sind aus Dortmund,  und auch wenn ihr Bekanntheitsgrad noch nicht über den Ruhrpottschen  Tellerrand geschwappt ist, DIESELKNECHT haben das Zeug zur Kult-band.  Weil: Selten eine so unverfrorene Mischung aus Mitgröhl-punk und von  einem völlig losgelösten Banjo angetriebenen hillbilly folk gehört: So  als hätten DIE KASSIERER bei einem blutigen, aber trotzdem nie wirklich  ernst gemeinten Banküberfall MUMFORD &amp; SONS als Geiseln genommen und  als Fluchtweg eine Zeitreise in die 20er Jahre unternommen: Heraus  kommt dabei die possierliche Musikrichtung „Volk-a-billy“ (Eigenwerbung /  Selbstanzeige).</p>
<p class="bodytext">Man höre sich doch bitte unbedingt den song „Als wir jüngst  (verschütt gegangen waren)“ auf DIESELKNECHTs myspace-Seite an und  staune: Dass diese seltsame, eben nicht Wiener, sondern derbste  Ruhrpott-Melange aus deutscher Volksmusik und Appalachian hillbilly folk  (punk) so reibungslos funktioniert, macht Spaß, Lust auf mehr von  dieser originellen band und zeigt mit leichter Hand ganz nebenbei mal  wieder auf, dass man die Rettung der deutschen Sprache doch bitteschön  nicht weltfremden Akademikern überlassen sollte. Passend dazu covern  DIESELKNECHT „Die Gedanken sind frei“ als Banjo-instrumental. Ohne  Worte, aber völlig hinreißend. (Auch sehr schön:&nbsp;DIESELKNECHTs Version  des nicht tot zu kriegenden, weil ewigen Alkoholiker-evergreens &quot;Bolle  reiste jüngst zu Pfingsten&quot;:&nbsp;http://www.youtube.com/watch?v=qvCGuuRPzSY)</p>
<p class="bodytext">Das letztjährige Konzert von MURDER BY DEATH im Gleis 22 war  ausverkauft - mit dieser Vorband als Anheizer sollte es kein Problem  werden, den damaligen Status noch zu toppen: MURDER BY DEATH plus  DIESELKNECHT - definitiv ein Anwärter auf das Konzert des Jahres. (Nicht  des Jahrtausends - das findet drei Tage später, ebenfalls im Gleis  statt. Mehr dazu möglicherweise bald <a href="Detail.64+M5e4f5a81201.0.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >hier</a>.)<br> &nbsp;<br> <strong>:::&nbsp;Links :::</strong><br> &nbsp;<br> - <a href="http://www.murderbydeath.com" title="http://www.murderbydeath.com" target="_blank" class="ext" >http://www.murderbydeath.com</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/murderbydeath" title="http://www.myspace.com/murderbydeath" target="_blank" class="ext" >http://www.myspace.com/murderbydeath</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/Murder+by+Death" title="http://www.lastfm.de/music/Murder+by+Death" target="_blank" class="ext" >http://www.lastfm.de/music/Murder+by+Death</a><br> - <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Murder_by_Death_%28band%29" title="http://en.wikipedia.org/wiki/Murder_by_Death_%28band%29" target="_blank" class="ext" >http://en.wikipedia.org/wiki/Murder_by_Death_%28band%29</a><br> &nbsp;<br> - <a href="http://www.dieselknecht.net" title="http://www.dieselknecht.net" target="_blank" class="ext" >http://www.dieselknecht.net</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/dieselknecht" title="http://www.myspace.com/dieselknecht" target="_blank" class="ext" >http://www.myspace.com/dieselknecht</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Konzerttipp</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 25 May 2010 02:12:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>DEAD CONFEDERATE</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M5a74bea929e.0.html</link>
			<description>DEAD CONFEDERATE (Athens, Georgia, USA) + MY DISCO (Melbourne, Victoria, Australia) * Mittwoch, 19....</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>*** DEAD CONFEDERATE (Athens,  Georgia, USA) + MY DISCO (Melbourne, Victoria, Australia) * Mittwoch,  19. Mai 2010 @ Gleis 22 * Einlass: 20.30 Uhr, Beginn: 21.00 Uhr * VVK:  10,- Euro / AK: 13,- Euro ***</strong><br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Athens, Georgia ging es Anfang der 80er Jahre wohl in etwa so wie  Seattle, Washington Anfang der 90er: Im verschlafenen Grand Ol’ South  (Athens) waren gerade die B-52’S mit verwehten Bienenkorbfrisuren als  das nächste große Ding nach New York City abgehauen - der hype schien  hier genauso vorüber zu sein, wie eine Dekade später im  flanellhemdsärmligen Nordwesten (Seattle), als ALICE IN CHAINS, MUDHONEY  und SOUNDGARDEN ihre major label-Debüts draußen hatten.<br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Doch hier wie dort weit gefehlt, denn die US-amerikanische Provinz  hatte ihr Pulver noch lange nicht verschossen und weitaus mehr in petto  als die metropolitan hipsters erwartet hatten. So betrat in Athens eine  obskure college rock band namens R.E.M. die örtlichen Bühnen, die,  angetrieben von einem enigmatischen Sänger namens MICHAEL STIPE, dessen  Texte niemand außer ihm selbst verstehen konnte, bald superstardom  erreichen sollte. Different place, different time, same procedure:  Seattle. NIRVANA. KURT COBAIN. Grunge.<br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">DEAD CONFEDERATE aus R.E.M.’s Heimatstadt Athens können nunmehr als  Amalgam der frühen R.E.M. und NIRVANA zur „Bleach“-Phase durchgehen,  obwohl neuzeitliche Kategorisierungen hier eher irreführend sind. Denn  hätte es weder „indie“, noch „college rock“, noch „grunge“ je gegeben  ... die NEIL YOUNG &amp; THE CRAZY HORSE-Vergleiche würden in Bezug auf  das bärtige Quintett aus dem beschaulichen georgischen college-Städtchen  kein Ende nehmen.<br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Sicher, man könnte es sich auch noch easier machen und die frühen  TOCOTRONIC&nbsp;zitieren: „Es ist einfach Rockmusik“. Passt schon, aber: DEAD  CONFEDERATE’s sound lebt trotz seiner herbstlichen Grundstimmung (hier  kommt grunge ins Spiel), vor allem von den so unwillkürlich wie  organisch auftretenden Assoziationen beim Hörer von songs wie zum  Beispiel „The rat“: Diese von keiner Klimaanlage der Welt in den Griff  zu bekommende, irgendwie sumpfig vor sich hin wabernde hitze des Grand  Ol’ South. Jeder noch so leichte Schritt bekommt ein Tonnengewicht.  Alles ist verhangen. Entweder von Spanish Moss, von Kudzu (einer  unfreiwillig aus Japan importierten Schlingpflanze, im übrigen prominent  vertreten auf dem cover der ersten R.E.M.-LP „Murmur“), oder es sind  die Spinnweben vor dem gerade pleite gegangenen drug store, an dessen  finaler Niederlage natürlich die Yankees schuld sind, womit nicht der  New Yorker Baseball-Verein gemeint sein kann. Alles zusammen genommen  bewirkt eine bedrückende Betäubung, die allerdings niemals  niederschmetternd daher kommt, gegen die man aber auch nicht ankämpfen  kann. Oder will. Und schon gar nicht muss.<br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Denn DEAD CONFEDERATE, dieser unheilvolle Bastard geboren aus den  tonnenschwer-psychedelischen sound-Kaskaden von KYUSS&nbsp;und MONSTER  MAGNET, der wabernden Düsternis von bands wie THE BLACK HEART  PROCESSION, MURDER BY DEATH, oder auch OKKERVIL RIVER und der  markerschütternden Gitarrenverzerrung des grunge (NIRVANA), behält  erstaunlicherweise immer seinen pop appeal bei, ohne auch nur die Spur  gefällig zu wirken, oder sonstwie Konzessionen an das  mainstream-verseuchte radio airplay zu machen, was sie zu einer  zumindest hörenswerten, wenn nicht gar großartigen band hat werden  lassen, to say the least.<br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Im Radio wird die Vorgruppe von DEAD CONFEDERATE wahrscheinlich noch  weniger Chancen haben als der headlining act, denn die Australier von MY  DISCO, die vor ziemlich genau einem Jahr das Gleis trotz ihres  damaligen headliner-Status und des lächerlich geringen Eintrittspreises  fast leer spielten, haben es mit Kompromissen eher mal so gar nicht.  Denn Stoizismus scheint ihr Lebenselixier zu sein. Auf die von  Club-Besitzern bestimmt ständig vorgetragenen Litaneien von wegen: „Ihr  könnt in meinem kleinen indie club, der nicht mal 500 Besucher fasst,  doch nicht mit einer Wand aus Marshall-Türmen auftreten, denkt doch an  die Gesundheitsmafia!“, zucken sie ostentativ mit ihren, angesichts  ihrer Musik, erstaunlich schmalen Schultern, deuten lässig auf ihre  Tinnitus-betäubten Ohren und lassen es zwischen SHELLAC, HELMET,  FUDGE&nbsp;TUNNEL, UNSANE und ... hey! ... KNOW SKOOLS dermaßen krachen und  grooven, dass man nicht weiß, ob man lieber seinen verzückt zuckenden  Extremitäten, oder seinen grausam fiependen Ohren gehorchen soll:  Entweder man steht MY DISCO durch und hat später eine neue  Lieblings-band, oder man fängt plötzlich das Rauchen an und steht die  Lungen voll Qualm, aber die Ohren vorm Gleis voll Vogelgezwitscher und  bekommt „Fisherman’s Friend“-Assoziationen: „Sind sie zu stark, bist Du  zu schwach.“<br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Von mir aus.<br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">(Fiep.)<br> &nbsp;</p>
<p class="bodytext">FIEP!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!<br> &nbsp;<br> &nbsp;<br> <strong>:::&nbsp;Links :::</strong><br> <br> &nbsp;<br> - <a href="http://www.deadconfederate.com" title="http://www.deadconfederate.com" target="_blank" class="ext" >http://www.deadconfederate.com</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/deadconfederate" title="http://www.myspace.com/deadconfederate" target="_blank" class="ext" >http://www.myspace.com/deadconfederate</a><br> - <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Confederate" title="http://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Confederate" target="_blank" class="ext" >http://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Confederate</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/Dead+Confederate" title="http://www.lastfm.de/music/Dead+Confederate" target="_blank" class="ext" >http://www.lastfm.de/music/Dead+Confederate</a><br> &nbsp;<br> - <a href="http://www.mydisco.com.au" title="http://www.mydisco.com.au" target="_blank" class="ext" >http://www.mydisco.com.au</a><br> - <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/My_Disco" title="http://en.wikipedia.org/wiki/My_Disco" target="_blank" class="ext" >http://en.wikipedia.org/wiki/My_Disco</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/My+Disco" title="http://www.lastfm.de/music/My+Disco" target="_blank" class="ext" >http://www.lastfm.de/music/My+Disco</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/mydiscomydisco" title="http://www.myspace.com/mydiscomydisco" target="_blank" class="ext" >http://www.myspace.com/mydiscomydisco</a><br> - <a href="http://www.youtube.com/watch?v=g_-Rg9fIO8Y" title="http://www.youtube.com/watch?v=g_-Rg9fIO8Y" target="_blank" class="ext" >http://www.youtube.com/watch?v=g_-Rg9fIO8Y</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Konzerttipp</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 11 May 2010 21:02:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>COP OUT</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M551e16adc30.0.html</link>
			<description>Regisseur Kevin Smith holt die 30 Mio. US-Dollar-Produktionskosten wieder rein, die sein erster...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Cop out &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;	 (USA, 2010)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Regie: Kevin Smith. Drehbuch: Robb &amp; Mark Cullen. Kamera:  David Klein. Musik: Harold Faltermeyer, Schnitt: Kevin Smith u.a.<br> Mit: Bruce Willis (Jimmy), Tracy Morgan (Paul), Sean William Scott  (Dave), Michelle Trachternberg (Ava), Jason Lee (Roy), Kevin Pollack  (Hunsaker), Adam Brody (Mangold) u.a.<br> 107 Minuten &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;	(4 von 10 Punkten)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Synopsis:</strong> New York, Gegenwart. Um die Finanzierung  der Hochzeit seiner Tochter nicht dem neuen Ehemann seiner Ex-Frau zu  überlassen, will NYPD-Cop Jimmy eine wertvolle Baseball-Karte zu Geld  machen. Just in diesem Moment wird der Laden überfallen, das wertvolle  Stück gelangt auf Umwegen in die Hand mexikanischer Drogendealer. Jimmys  Partner Paul ist bisweilen zu sehr von Ahnungen abgelenkt, seine Frau  betrüge ihn mit dem leptosomen Nachbarn, als dass er an Jimmys Seite  höchstkonzentriert agiert. Die turbulente Jagd nach dem Bild von Andy  Pafko wird noch erschwert durch die einmonatige Suspendierung vom Dienst  nach einer vermasselten Einzelaktion.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik:</strong> Kurz nach Filmbeginn spult Tracy Morgan als  Cop Paul beim Verhör eines Verdächtigen einen Schwall von Filmzitaten  herunter, um Jimmy hinter der Scheibe seine Vorstellung einer (wie er es  prononciert) “Hommagee” zu präsentieren. Jener, zunächst skeptisch,  schaut mit zunehmender Begeisterung zu und beömmelt sich bald vor  Lachen. </p>
<p class="bodytext">Ähnliches erwarten Regisseur Kevin Smith und sein Team sicherlich  auch vom Publikum ihres Filmes, der vom deutschen Verleih den Untertitel  “Geladen und entsichert” zugesetzt bekam. Damit es auch wirklich jeder  begreift, dass es lustig zugehen wird. Verbeugt vor oder zumindest  orientiert hat man sich an Klassikern des Buddy-Movies der 80er-Jahre,  allen voran NUR 48 STUNDEN (1982). Komplettiert wird die Hommage an die  Zeit mit Hintergrund-Gedudel der damaligen Soundtrack-Ikone Harold  Faltermeyer, der auch in den ersten beiden BEVERLY HILLS COP-Filmen  (1984/87) in die Tasten gegriffen hat. </p>
<p class="bodytext">Jene Buddy-Movies funktionierten nach dem Rezept der großen  Gegensätze zwischen den beiden Protagonisten. Ob sie nun Nolte/Murphy,  Glover/Gibson oder gar Chan/Tucker hießen: Die Paare wussten sich  aufgrund ihrer diametral entgegen gesetzten Charaktere (und Hautfarben)  immer wieder aus den Situationen zu lavieren, in die sie geworfen wurden  und/oder sich selbst lavierten. Willis und Morgan tun es ihren  Vorbildern nach, bleiben aber enttäuschend blass und ohne Esprit. Ist  das Genre noch zu ausgereizt, um nichts Originelleres hervorzubringen?  Willis fand ich bestenfalls in seiner TV-Rolle in DAS MODEL UND DER  SCHNÜFFLER (1985 – 1989) komisch, in COP OUT legt er eine mimische  Eindimensionalität an den Tag, die nur noch übertroffen wird durch die  aufdringlich markante Synchronisation seiner Stimme, die scheinbar ohne  Einbindung von Hintergrundgeräuschen eingesprochen wurde. Morgan reißt  es als Gegenpart und tapsiger Bär in Liebesnöten auch nicht heraus: Im  Grunde eine sympathische Rolle, aber die Kontrastierung zum Film-Partner  fällt zu gering aus, was im Endeffekt zum Verlust der durchaus  gewünschten Reibeflächen führt. </p>
<p class="bodytext">COP OUT ist routiniert actionlastig, wortreich, mit tumben  Bösewichten und zwei schönen Frauen durchsetzt und fußt auf einem  Skript, das mehr der Aneinanderreihung von aberwitzigen Situationen  entspricht denn einem Werk mit stringentem Handlungsverlauf und  nachvollziehbarer Logik. Aber wer hätte letztere schon erwartet? Ins  Knie geschossen hat sich indes derjenige, der hinter dem Regisseur Kevin  Smith auch den Drehbuchschreiber K. S. erhofft hat. Stattdessen  erwarten ihn die Albernheiten der Gebrüder Robb und Mark Cullen, die  bislang in TV-Serienproduktionen ihr Bemühen an den Tag gelegt haben.  Ihr Output in ihrem ersten Film auf der großen Leinwand ist höchst  wechselhaft: Von manchmal durchaus originell bis leider vielmals zotig  und bemüht.</p>
<p class="bodytext">Letztendlich kommt COP OUT trotz aller Anstrengung und sporadischen  Lichtblicken nicht über filmisches Mittelmaß hinaus. Vom Kinobesuch  bleibt nichts von Erinnerungswert zurück, dem Versacken vor dem TV-Gerät  nicht unüblich. Es ist der pure Zeitvertreib, und im Anschluss hat man  die Wahl, heroisch zu seiner Entscheidung zu stehen oder einzuräumen,  die knapp zwei Stunden besser genutzt haben zu können.</p>
<p class="bodytext">(<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com</a>)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Filmkritik</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 23:42:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>KURZFILM SLAM: Filmklappe 1</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M5c015b36081.0.html</link>
			<description>Do 22. April um 20 Uhr / Eintritt: 5 € / Ort: Black Box im Cuba</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Das neue Format von TatWort und Filmfestival: Der Kurzfilm Slam.</strong></p>
<p class="bodytext">Vom Hochglanz-Studentenstreifen bis zur Wohnzimmer-Socken-Animation, vom Liebesdrama bis zum Psychothriller, vom Zeichentrickfilm bis zur Experimentalkunst. Ausgezeichnete Profifilme treten an gegen No-Budget-Nebenbei-Produktionen.</p>
<p class="bodytext">Bewertet wird das Ganze trotzdem: Vom Publikum, das Punkte von 1 - 10 vergibt. Wer die meisten Punkte macht, ist der Sieger des Abends und nimmt Ruhm, Ehre und die Kurzfilm Slam Trophäe mit nach Hause.</p>]]></content:encoded>
			<category>Blog</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 18:18:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>CRAZY HEART</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M58eba9239cd.0.html</link>
			<description>Die erste Hälfte des Films geht als sehenswerte Studie eines abgehalfterten Musikers durch, der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Crazy heart	&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (USA, GB, Aus,  2009)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Regie: Scott Cooper. Drehbuch: Scott Cooper, basierend auf dem Roman von Thomas Cobb. Kamera: Barry Markowitz. Musik: Stephen Bruton, T-Bone Burnett<br> Mit: Jeff Bridges (Bad Blake), Maggie Gyllenhaal (Jean Craddock), Robert Duvall (Wayne), James Keane (Manager), Colin Farrell (Tommy Sweet), Jack Nation (Buddy) u. a.<br> 112 Minuten	&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (7 von 10 Punkten)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Synopsis</strong>: Im Südwesten der USA, Gegenwart. Der einst gefeierte Country- &amp; Western-Sänger Bad Blake ist nur mehr ein Schatten seiner selbst. Mit 57 Jahren bestreitet er immer noch mit seinen alten Songs und drittklassigen Gigs sein Auskommen. In Santa Fe interviewt ihn die gut 25 Jahre jüngere Jean Craddock, sie verlieben sich ineinander. Blake verspürt den Wert eines Menschen in seiner Nähe, wie er ihn seit Jahren und nach vier gescheiterten Ehen nicht mehr wahrgenommen hat.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik:</strong> Zugegeben, der Plot ist nicht gerade neu: Ein im Sinkflug begriffener Held eiert mehr instinktiv denn motiviert durch seine traurige Existenz, besinnt sich nach einem Schlüsselerlebnis seiner selbst und rappelt sich wieder auf. Erstaunlich ist hingegen, dass selbst gestandene Mimen verschiedenster Couleur zu ihren besten Leistungen auflaufen, wenn sie eben jene gestrauchelten Charaktere spielen. Paradebeispiel in neuester Zeit ist Mickey Rourke in THE WRESTLER (2008), wir erinnern uns aber auch gerne an Sam Shepard in <a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/2005/08/02/dont-come-knocking/" target="_blank" >DON’T COME KNOCKING</a> (2005), Jack Nicholson in ABOUT SCHMIDT (2002) und Sylvester Stallone in COP LAND (1997).</p>
<p class="bodytext">Nun ist es also Jeff Bridges als alkoholabhängiger Sänger Bad Blake, und die Performance lässt unweigerlich Erinnerungen an seine Kultrolle des Jeffrey “Dude” Lebowski (THE BIG LEBOWSKI, 1998) wach werden. Nur zu sehr ähneln sich beide Charaktere, von Aussehen und Gehabe ganz zu schweigen, was dem Film neben der tragischen auch eine gewollt komische Note verleiht. Es ist eine Leistung von Regie, Drehbuch und dem Spiel von Jeff Bridges, dass der Figur des Bad Blake bei allem Verdruss und Zynismus eine gewisse Würde anhaftet, die uns Respekt abverlangt. Er ist seiner Linie treu geblieben, redet nicht um den Brei herum, ein Relikt einer alten Zeit, wie ein Dinosaurier dem Untergang geweiht. Doch kann er ohne Übertreibung von sich behaupten: “Son, I’ve played sick, drunk, divorced, and on the run. Bad Blake hasn’t missed a goddamn show in his whole fucking life.” </p>
<p class="bodytext">Zitate wie dieses sind es, mit denen Blake – und CRAZY HEART als Ganzes – dem modernen Country &amp; Western-Business einen kurzen Seitenhieb versetzen, das mit der Romantik der von der neuen Musik-Generation längst vergessenen Heroen des Genres kaum mehr etwas zu tun hat. Wir nehmen mit Wehmut zur Kenntnis, dass Blake noch wie anno dazumal mit seinem Chevrolet Station Wagon von Auftritt zu Auftritt tingelt, seine Fangemeinde mindestens genau so alt ist wie er und sich an den Songs erfreut, die er seit 15 Jahren wiederholt. Eine Handvoll echte Freunde sind ihm geblieben, die in rauer, aber herzlicher Manier miteinander umgehen. „Fallin’ and flyin’“: Sein größter Hit wird zum Ausdruck einer Existenz. Zu weitergehender Kritik lässt sich CRAZY HEART aber nicht hinreißen. Vielmehr kommt es an verschiedenen Stellen zu einer sentimentalen Verbrüderung zwischen alter und neuer Generation, die die Illusion einer heilen Welt nährt. </p>
<p class="bodytext">Wenn mit Maggie Gyllenhall als Jean die Liebe ins Spiel kommt, driftet der Film merklich in seichtere Bahnen ab. Taktgeber ist nun nicht eine Episodenfolge mit neuen Personen und Locations, sondern die Beziehung der beiden Akteure. Für Herz und Auge gewiss eine Bereicherung, die Wandlung in Richtung Melodram ist indes nicht frei von Klischees und vorhersehbaren Wendungen. Was während der zweiten Hälfte an Komik und Bridges-Präsenz verloren geht, wird leider nicht vollständig durch Emotion und Happy-End wiedergutgemacht.</p>
<p class="bodytext">Insgesamt ist CRAZY HEART ein auch für den Nicht-Countrymusik-Fan sehenswerter Film. Bridges und Farrell singen selbst, es regnet nie in Amerikas Südwesten, und auch wenn die Zeiten schwierig sind, so zählen doch die Freunde, die zusammenhalten und ganz fest auf das Licht am Ende des Tunnels hoffen.</p>
<p class="bodytext">(<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com</a>)</p>]]></content:encoded>
			<category>Filmkritik</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 16:15:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>SHUTTER ISLAND</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M58de105f3d7.0.html</link>
			<description>Nichts ist so, wie es scheint und „Diese Insel wirst du nie verlassen“. Nach diesem Motto hetzt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Shutter Island	&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;	(USA, 2009) </strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Regie: Martin Scorsese. Drehbuch: Laeta Kalogridis, nach dem  Roman von Dennis Lehane. Kamera: Robert Richardson. Musikalische  Leitung: Robbie Robertson. Schnitt: Thelma Schoonmaker u. a.<br> Mit: Leonardo DiCaprio (Teddy Daniels), Mark Ruffalo (Chuck Aule), Ben  Kingsley (Dr. Cawley), Michelle Williams (Dolores), Emily Mortimer &amp;  Patricia Clarkson (Rachel Solando), Max von Sydow (Dr. Naehring), Ted  Levine (Warden), John Carroll Lynch (Deputy Warden McPherson) u. a.<br> 138 Minuten	&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(6 von 10 Punkten)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Synopsis:</strong> Ostküste der USA, 1954. Der seit seinem  Einsatz im 2. Weltkrieg traumatisierte US-Marshal Teddy Daniels wird  samt Kollegen Chuck Aule nach Shutter Island Ashecliffe Hospital  beordert, um das spurlose Verschwinden einer mehrfachen Mörderin  aufzuklären. Die Gefängnisinsel fungiert gleichzeitig als Klinik  psychisch gestörter Straftäter. Wachpersonal und Ärzte kooperieren nur  widerwillig mit den Beamten. Als die Vermisste wie aus dem Nichts wieder  auftaucht, wittert Daniels weitere dunkle Machenschaften, forscht auf  eigene Faust und kann bald niemandem mehr trauen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik: </strong>SHUTTER ISLAND sieht man ab der ersten Szene  an, dass Geld – viel Geld – im Spiel ist und die Beteiligten keine  Anfänger ihres Faches sind. Da wirkt nichts hingeschludert: Bis in die  kleinsten Ecken wurde Staub gewischt oder – je nachdem – ostentativ  verteilt, die letzte Fluse von der Uniform des Wachhabenden gepustet, im  Arbeitszimmer ist bedeutungsschwanger ein steinerner Adonis drapiert,  Gustav Mahler ertönt aus dem Grammophon und und und. Erst wenn  Perfektion in Griffweite ist, erweckt Meister Scorsese durch ein  „Action“ die Szenerie zum Leben. </p>
<p class="bodytext">Eine Szenerie wie hinter Glas: Museumsreif, artifiziell, konstruiert  und bisweilen vorhersehbar. Dem Zufall wird auch im Handlungsgeflecht  nichts überlassen. Wenn der Sturm über die Insel zieht, fällt natürlich  nicht nur die Telefonverbindung zum Festland aus, sondern das gesamte  Stromnetz zusammen. Der Hochsicherheitsblock C ist weit mehr als ein  labyrinthischer Trakt aus Stahl und Beton, nämlich ein Hölleninferno à  la Hieronymus Bosch, gegen das die Einzelzellen in Chateau d’If wie  Luxussuiten aussehen. Die Insel selbst hat nichts Anheimelndes an sich,  besteht nur aus Steilküsten, grobem Waldbewuchs, einem Leuchtturm und  der Gefängnisklinik selbst.</p>
<p class="bodytext">Bevölkert ist Shutter Island ebenfalls von den üblichen Verdächtigen.  Ben Kingsley und Max von Sydow spielen das, was sie am besten können:  Sinistre Herren, die von den Gefangenen als Patienten sprechen, aber als  Alleinbeherrscher der Behandlungsmaßnahmen manche Leiche im Keller  haben. DiCaprio macht seine Sache als 50er-Jahre-Marshal gut, wenngleich  er und Kollege Mark Ruffalo die langen Trenchcoats und tiefen Hüte  nicht ganz so ausfüllen wie dereinst gestandene Herrschaften wie James  Gandolfino und John Travolta in <a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/2007/07/02/lonely-hearts-killers/" target="_blank" >LONELY HEARTS KILLERS</a> (2006). Immerhin: DiCaprio  spielt seinen Teddy Daniels als einen Besessenen, seine Performance ist  intensiv und (Leinwand-) formatfüllend, der Film ganz auf seine Figur  zugeschnitten. </p>
<p class="bodytext">Es ist ein Männerfilm. Frauen haben in den USA des Jahres 1954 nicht  viel zu melden, und auf einer Gefängnisinsel schon gar nicht. Wenn sie  denn auftauchen, dann als mahnende Kassandra oder Kalypso, die den  Helden nicht loslassen will. Jene Einschübe, die gerne auch als  Flashbacks im Kopf von Daniels zur Anwendung gebracht werden, öffnen das  Feld für weitere Spekulationen über das Wie und Warum, führen aber  leider auch zur Ausbremsung des ansonsten ständig unter Strom stehenden  Protagonisten. Wie häufig bei Mystery-Thrillern, die von begrenzter  Personenzahl auf abgeschottetem Areal handeln, wird aus dem Jäger der  Gejagte, er sieht sich von Widersachern umgeben, fassbare wie auch jene,  die sich in sein Bewusstsein schleichen. Dass Scorsese es mit jenen  Winkelzügen, falschen Fährten und überraschenden Wendungen besonders zum  Schluss hin übertreibt, nagt am Spannungsgehalt der ansonsten furiosen  Handlung.</p>
<p class="bodytext">Überhaupt werde ich den Eindruck nicht los, dass beim  Drehbuchschreiben nach dem Motto verfahren wurde: Je mehr Abweichen von  der klaren Linie, desto besser. Eine Verschwörungstheorie jagt die  nächste, die Dämonen der Vergangenheit mischen kräftig mit, ein ums  andere Mal darf das Publikum den Film erneut Revue passieren lassen, um  zu erkennen, dass es andersherum noch viel mehr Sinn macht. Für manche  ein Ärgernis, aber immerhin: Passgenauigkeit auf höchstem Niveau ist  garantiert. Schließlich sind wir beim Meister persönlich zu Gast.</p>
<p class="bodytext">(<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com</a>)</p>]]></content:encoded>
			<category>Filmkritik</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 01:03:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>ALL TOMORROW'S PARTIES</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M5a55e42a42f.0.html</link>
			<description>ALL TOMORROW’S PARTIES ist keine Konzert-Dokumentation über die gleichnamige...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>*** ALL TOMORROW’S PARTIES *  Großbritannien 2009 * Kamera und Regie: Jonathan Caouette, und die  Besucher/-innen und Mitarbeiter/-innen der „All Tomorrow’s  Parties“-Festivals * Musik und Darsteller/-innen: Portishead, Iggy &amp; The Stooges, Patti Smith, Sonic Youth, Yeah Yeah Yeahs, The Gossip, Belle &amp; Sebastian, Grinderman, Mogwai, Slint, Shellac, The Mars Volta,&nbsp;<em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em>GZA, John Peel, John Cooper Clark, Roscoe Mitchell, Daniel Johnston,  Jerry Garcia, Kevin Shields, Saul Williams, Les Savy Fav, Grizzly Bear, Two Gallants, Sun Ra, The Dirty Three, Battles, The Boredoms, Lightning Bolt, A Hawk and a Hacksaw, Akron/Family, Fuck Buttons, Seasick Steve, The Octopus Project, Micah P. Hinson, David Cross, Jah Shaka,&nbsp;<em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em><em></em>u. v. a. * [teilw. s/w] * [OmU] * 82 Minuten * (7 von 10 Punkten)  ***</strong></p>
<p class="bodytext"><em>„And what costume shall the poor girl wear / to all tomorrow’s  parties / A hand-me-down dress from who knows where / To all tomorrow’s  parties / And where will she go and what shall she do / When midnight  comes around / She’ll turn once more to Sunday’s clown / And cry behind  the door“ (The Velvet Underground &amp; Nico)</em></p>
<p class="bodytext"><strong>Synopsis:</strong> Unter dem Namen „Bowlie Weekender“ im  April 1999 vom <em>Belle &amp; Sebastian</em>-Frontmann Stuart Murdoch  im verschlafenen Feriendomizil Camber Sounds, East Sussex, England ins  Leben gerufen und von Barry Hogan unter dem Namen „All Tomorrow’s  Parties“ weiter geführt und mit einer zweiten location versehen  (Butlin’s Holiday Camp, Minehead, Somerset, England), hat die  Festival-Reihe seit 2002 auch einen Ableger in New York City.</p>
<p class="bodytext">Die „All Tomorrow’s Parties“-Festivals kommen ohne die ansonsten so  überpräsenten Weltunternehmen als Sponsoren aus und zeichnen sich zudem  dadurch aus, das eine band oder ein(e) Künstler/-in, der nicht unbedingt  aus dem music business (zum Beispiel SIMPSONS-Schöpfer Matt Groening)  kommen muss, als Kurator/-in das line-up zusammen stellt: „It’s the  ultimate mixtape!“ (Thurston Moore / <em>Sonic Youth</em>)</p>
<p class="bodytext">Die „All Tomorrow’s Parties“-Festivals gelten deswegen als eines der  letzten Refugien für do-it-yourself-Kunst und -Kultur und haben sich  inzwischen über eine Dekade lang als verlässlicher Seismograph für  herausragende Musik aus den Bereichen indie, post-rock, underground hip  hop, trip hop, dub, folk &amp; Co. erwiesen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik:</strong> Allein der Anfang ist ein Genuss. Wie  Jonathan TARNATION Caouette hier alte Wochenschau- und  Dokumentarfilm-Aufnahmen über die beiden englischen Küstenbadeorte, in  denen die Festivals stattfinden, mit den Live-Aufnahmen eines Auftritts  der post-rock-all-star-Kapelle <em>Battles</em> zusammen  kaleidoskopiert, unterlegt mit deren hypnotischem Über-hit „Atlas“ … der  Film ist keine zwei Minuten alt und schon hat man sich seinen  Allerwertesten im Kinosessel wund getanzt.</p>
<p class="bodytext">ALL TOMORROW’S PARTIES behält diesen furiosen Auftakt als  Tempovorgabe für die nächsten 80 Minuten bei und Jonathan Caouette  verquirlt split screen-Verfahren, Super8-Aufnahmen, verwackelte  handy-Videos und klassische Rockkonzert-Aufnahmen derart wild mit seinem  Regisseursmixstab, das einem alsbald Hören und Sehen vergeht.  Gleichzeitig wächst der Neid auf diejenigen, die einmal bei einem dieser  Festivals dabei waren, mit jeder vergehenden Filmminute schier ins  Unerträgliche.</p>
<p class="bodytext">Weil: Es folgt highlight auf highlight. Kaum sind <em>Battles</em>  verklungen, kommen <em>The Gossip</em> auf die Bühne und Beth Ditto  &amp; Co. dürfen in einer grandiosen performance, welche drei Jahre vor  ihrem Durchbruch stattfand, zeigen, warum sie inzwischen zurecht super  stars sind.</p>
<p class="bodytext">Dann sind da auch noch ein bestens aufgelegter Nick Cave, der mit  seinem <em>Bad Seeds</em>-Ausflugsprojekt <em>Grinderman</em> den „No  pussy blues“ anstimmt, der immer noch so schwer verstörte wie geniale  Daniel Johnston, der ein freies Konzert auf dem Rasen vor der  Ferienanlage gibt, <em>Sonic Youth</em>, die sich im Probenraum über die  (Ver-)Stimmungen ihrer Gitarren streiten, <em>Portishead</em>, die  einen unvergesslichen set hinlegen, die grindcore-weirdos von <em>Lightning  Bolt</em>, die open air, ebenfalls auf dem Rasen der Ferienanlage, ein  derart infernalisches Kurzkonzert geben, dass die Nachbarn sich  beschweren, <em>Grizzly Bear</em>, die mit einem devoten Anhängsel aus  zirka 100 fans am Strand entlang wandern und das wunderschöne „Deep blue  sea“ intonieren, <em>A Hawk and a Hacksaw</em>, die illegal in einer  örtlichen Spielhalle auftreten, während sich der stiernackige security  guard einfach nicht dazu durchringen kann, sie rauszuwerfen, weil ihre  Musik so hinreißend ist …</p>
<p class="bodytext">… und …</p>
<p class="bodytext">… und …</p>
<p class="bodytext">… und …</p>
<p class="bodytext">Dieses Undundund ist auf Dauer aber auch ein Nachteil. Denn so  mitreißend das alles ist … es kehrt halt nie Ruhe ein. An der Tonspur  kann man sich zwar niemals satt hören, aber die sie unterstützenden  Bilder buhlen halt, dabei immer farbenfroh psychedelisch vor sich hin  blubbernd, ebenfalls um die Aufmerksamkeit: Split screen um split screen  wird aufgemacht, Super8-Aufnahmen werden kommentarlos dazwischen  geschnitten, Jahrzehnte von englischer Seebad-Historie werden in  Bruchstücken von Sekunden aufgegriffen und genau so schnell wieder  abgehandelt, ein Ausschnitt aus der <em>Sonic Youth</em>-Tour-Doku 1991 –  THE YEAR PUNK BROKE wurde auch noch aufgetrieben und ohne Fußnote  verwendet und dann werden zu allem Überfluss auch noch private  handy-Videos von besoffenen, knutschenden und urinierenden  Festival-Besuchern mit in diesen Maelstrom geworfen, als hätte der Film  nicht schon audiovisuelle Zutaten genug.</p>
<p class="bodytext">Und das ermüdet leider auf Dauer, zumal nirgendwo ernsthaft die  Absicht ausgemacht werden kann, dass hier eine Dokumentation  stattfindet. Diese war möglicherweise auch nie angedacht, aber dass ALL  TOMORROW’S PARTIES einfach nur eine Ansammlung von Bruchstücken bleibt,  ein inkohärentes Konglomerat aus Aus-, Ein- und Zufällen und sich damit  ohne jeden roten Faden, ohne jede bindende Klammer zufrieden gibt, ist  schon ein nicht weg zu diskutierendes Manko dieses ansonsten  selbstverständlich absolut sehenswerten Films.</p>
<p class="bodytext">(<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com</a>)</p>]]></content:encoded>
			<category>Filmkritik</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 00:54:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>IN MEINEM HIMMEL</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M5f67d069e3e.0.html</link>
			<description>Alice Sebolds Buch „The Lovely Bones“ ist wegen der stetig wiederkehrenden Elemente der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>In meinem Himmel &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;(The  lovely bones, USA, GB, NZE 2009)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Regie: Peter Jackson. Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens,  Peter Jackson, nach dem Roman von Alice Sebold. Produzenten: Carolynne  Cunningham, Fran Walsh, Peter Jackson, Aimee Peyronnet.  Kamera: Andrew  Lesnie. Musik: Brian Eno<br> Mit: Mark Walberg (Jack Salmon), Rachel Weisz (Abigail Salmon), Saoirse  Ronan (Susan „Susie“ Salmon), Susan Sarandon (Grandma Lynn), Stanley  Tucci (George Harvey), Michael Imperioli (Len Fenerman), Rose McIver  (Lindsey Salmon), Christian Ashdale (Buckley Salmon) u. a.<br> 135 Minuten &nbsp;&nbsp;&nbsp;	(3 von 10 Punkten)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Synopsis:</strong> Eine Kleinstadt in Pennsylvania, USA,  Dezember 1973. Die vierzehnjährige Susie Salmon nimmt auf dem Heimweg  von der Schule die Abkürzung über ein Maisfeld. Dort wird sie vom  Nachbarn George Harvey in ein Erdloch gelockt und getötet. Die Leiche  wird nie gefunden. Von einer Art Zwischenhimmel aus verfolgt Susie, wie  sich die Ermittlungen im Mordfall entwickeln und ihre Familie mit dem  Verlust der Tochter umgeht. Sie versucht, die Hinterbliebenen zu  kontaktieren.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik:</strong> IN MEINEM HIMMEL ist eigentlich nur dann  sehenswert und beklemmend, wenn Stanley Tucci als sinistrer Nachbar und  Mörder im Bild erscheint. Im Jenseits hat er eine grauenvolle Szene mit  Badezimmer, die der Vorstellung eines Guillermo del Toro (<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/2007/02/24/pans-labyrinth/" target="_blank" >PANS LABYRINTH</a>, <a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/2008/10/16/hellboy-2-die-goldene-armee/" target="_blank" >HELLBOY 2</a>) hätte entsprungen sein können. Im  Diesseits und zum Glück wohldosiert häufig genug fasziniert er als  Verkörperung des Wolfes im Schafspelz und bekleidet die einzig  lohnenswerte Rolle inmitten einer Riege Akteure, die sich mit  vorhersehbaren und in trauernder Apathie versinkenden Parts zufrieden  geben muss. Sie bleibt das Highlight, die Oscar-Nominierung als bester  Nebendarsteller für Tucci ist akzeptabel, allerdings nicht ausreichender  Grund, einen ansonsten enttäuschenden Film anzusehen.</p>
<p class="bodytext">Die Romanvorlage aus dem Jahre 2002 führte lange Zeit die  amerikanischen Bestsellerlisten an. Inklusive der Kindheitserinnerungen  Susies erstreckt sich die Handlung über mehr als 15 Jahre und bietet  sowohl ein Abbild der persönlichen Befindlichkeiten, als auch das des  Kleinstadtlebens an der amerikanischen Ostküste in den 70er Jahren.  Nicht ohne gewisse Längen wird aus der Sicht der toten 14-jährigen Susie  erzählt, welche auch detaillierte Beschreibungen ihrer Zwischenwelt  nicht auslässt.</p>
<p class="bodytext">Peter Jackson sah wohl Stoff genug, um nach seiner Runde durch die  Bombastfilmabteilung zurück zu seinen Wurzeln im intimeren  Beziehungskino (HEAVENLY CREATURES, 1994) zu finden. Der Rotstift wurde  angesetzt und das üppige Buch entschlackt: Nebenfiguren: Weg! Susies  Kindheit: Weg! Alle Geschehnisse in Chronologie gebracht und auf 2 Jahre  zusammengepresst. Und die Elemente aus dem Jenseits ausgeweitet. Moment  mal: <em>Ausgeweitet?</em></p>
<p class="bodytext">Tatsächlich – und zu meinem (unser aller Betrachter) Leidwesen –  verringert sich deren Zahl nicht im gleichen Verhältnis wie andere Teile  der Romanhandlung. Susies Einfluss bleibt nicht bescheiden  allgegenwärtig, sondern ist schlichtweg übermächtig. Beim Lesen habe ich  die Möglichkeit, jene mich störenden Seiten (Füllsel) wegzublättern. Im  Kino muss mich durch all jene Szenen quälen, die mehr Peter Jacksons  Vorliebe für optischen Firlefanz ausdrücken als dem Fortgang der  Kernhandlung dienlich sind. Die Befindlichkeit von Susie im Jenseits zu  erfahren dürfte nur für die Esoteriker unter uns gerade noch von  Interesse sein. Wer für einen melodramatischen Spielfilm gekommen ist,  den erdrücken die kitschigen am Computer generierten Bilder à la  Phototapete bzw. Bildschirmhintergrund schon von Beginn an. In die  gleiche Kerbe schlägt die aufdringlich Gefühle betonende Orchestrierung  durch Brian Eno. Und selbst Saoirse Ronan, deren misshandelter Susie  anfangs unser aller Mitgefühl galt, trägt in ihrer Rolle einen so  prägnanten wie einseitigen Gesichtsausdruck zu Markte, der mit  zunehmender Filmdauer mehr als bekannt ist. </p>
<p class="bodytext">IN MEINEM HIMMEL wartet mit Schauspielern auf, deren Können einst  ausgezeichnet wurde. Er zeigt aber auch die Richtigkeit des  Leitspruches, dass aus einer Anzahl guter Einzelkünstler noch lange kein  gutes Team wird, zumal für sie von der Kerngeschichte (Kriminalfall und  Bewältigung) zu wenig bleibt, um sich auszeichnen zu können. Vielleicht  hat sich der falsche Regisseur am Stoff vergriffen? Wenn zum Abspann  das elegisch-träge „The Moon’s Lament“ von Cincy D’lequez-Sage gespielt  wird, scheint sich Peter Jackson selbst für sein Machwerk entschuldigen  zu wollen.</p>
<p class="bodytext">(<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com</a>)</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Filmkritik</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 16:43:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>JA, PANIK!</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M5636604e402.0.html</link>
			<description>JA, PANIK! (Berlin / Wien) + PEER (Berlin) + PLAY AND REWIND (Berlin / Münster / Osnabrück) *...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>*** JA, PANIK!&nbsp;(Berlin /&nbsp;Wien)&nbsp;+ PEER&nbsp;(Berlin) +  PLAY&nbsp;AND&nbsp;REWIND&nbsp;(Berlin /&nbsp;Münster /&nbsp;Osnabrück)&nbsp;/&nbsp;Samstag, 06. März 2010 @  Gleis 22 *&nbsp;Einlass:&nbsp;20.30 Uhr, Beginn:&nbsp;21.00 Uhr * VVK:&nbsp;9,- Euro  /&nbsp;AK:&nbsp;12,- Euro (inkl. &quot;Infectious Grooves&quot;-Party im Anschluss) ***</strong></p>
<p class="bodytext">Bereits im &quot;Gleis&quot; gesehen und für (mehr als) gut befunden: JA,  PANIK! aus der österreichischen Hauptstadt (&quot;Wien, du bist ein  Taschenmesser&quot;) erinnern zwar in ihrem intellektuell-linksradikalen  Diskurs / Duktus an bands der Hamburger Schule wie BLUMFELD / JOCHEN  DISTELMEYER, DIE GOLDENEN ZITONEN, DIE STERNE und TOCOTRONIC, stagnieren  aber nicht etwa wie die zuvor genannten auf allerhöchstem Niveau,  sondern haben längst die nächste Stufe auf ihrem unaufhaltsamen Weg zum  deutschsprachigen Popmusik-Olymp erklommen: &quot;Die beste band des gesamten  deutschsprachigen Raums&quot; (Gleis 22), fürwahr: Das ist keine  Übertreibung, sondern vielmehr nüchterne Analyse.</p>
<p class="bodytext">Doch ansonsten ist &quot;alles hin, hin, hin&quot;, weil: &quot;Alles Geld, alles  Angst&quot;. So überzeugend angewidert war selten eine band, die textlich  noch dazu zwischen Englisch und Deutsch derart gekonnt oszilliert  (&quot;Bitte oszillieren Sie!&quot;, TOCOTRONIC), als habe man es hier bloß mit  regionalen Dialekten zu tun: THOMAS BERNHARDsche Misanthropie trifft auf  schmerzhaft genau ausformulierte Systemkritik trifft auf  nervös-hibbeligen und doch zugleich musikalisch ausdifferenzierten post  punk, bei dem insbesondere das ansonsten eher selten dominante Piano,  respektive keyboard, positiv zu vermerken ist. JA, PANIK!s Musik ist  nicht nur diesbezüglich &quot;mehr als die Summe der einzelnen Teile&quot;  (KANTE).</p>
<p class="bodytext">JA, PANIK! sind jetzt schon Österreichs beste band aller Zeiten, und  wenn die so weiter machen, sind sie es bald und für immer für den  gesamten deutschsprachigen Raum. Jedes ihrer Lieder ist ein Manifest:  Gegen die Gier, gegen das Geld, gegen den nur scheinbar  unwiederbringlichen ERSATZ (Heidegger) von Demokratie / Phantasie /  Poesie durch Ökonomie - etwas wohltuend Intelligenteres gibt es derzeit  in der deutschsprachigen Popmusik, abseits der oben genannten Hamburger  Szenegrößen nicht.</p>
<p class="bodytext">Please welcome, from Vienna, Austria: Das unfasslich herausragende  Quintett JA, PANIK! (Plus zwei weitere hörenswerte hiesige indie rock  acts!)</p>
<p class="bodytext"><strong>::: Links :::</strong></p>
<p class="bodytext">- <a href="http://ja-panik.com/" title="ext" target="_blank" class="moz-txt-link-freetext" >http://ja-panik.com</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/japanik" title="ext" target="_blank" class="moz-txt-link-freetext" >http://www.myspace.com/japanik</a><br> - <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ja,_Panik" title="ext" target="_blank" class="moz-txt-link-freetext" >http://de.wikipedia.org/wiki/Ja,_Panik</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/Ja,+Panik" title="ext" target="_blank" class="moz-txt-link-freetext" >http://www.lastfm.de/music/Ja,+Panik</a></p>
<p class="bodytext">- <a href="http://www.peerband.de/" title="ext" target="_blank" class="moz-txt-link-freetext" >http://www.peerband.de</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/peeripherie" title="ext" target="_blank" class="moz-txt-link-freetext" >http://www.myspace.com/peeripherie</a></p>
<p class="bodytext">- <a href="http://www.myspace.com/playrewind" title="ext" target="_blank" class="moz-txt-link-freetext" >http://www.myspace.com/playrewind</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/Play+and+Rewind" title="ext" target="_blank" class="moz-txt-link-freetext" >http://www.lastfm.de/music/Play+and+Rewind</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Konzerttipp</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 21:53:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>KITTY, DAISY &amp; LEWIS: Einziges Deutschlandkonzert</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M588c00805c9.0.html</link>
			<description>Sonntag 21. März, 21 Uhr / Tickets 17,- € (VVK); 23,- € (AK) / Pumpenhausreihe: Musik, die unsere...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Neulich bei 'nem Gebutstag gehört &amp; geliebt, deshalb uneingeschränkt empfehlenswert:</p>
<p class="bodytext"><em>Update:</em> Ist schon ausverkauft!</strong></p>
<p class="bodytext">Die Familienband ist aus dem Himmel der 40er und 50er Jahre gefallen. Die Teenager Kitty und Daisy mit Minirock, High Heels, ihrem Bruder Lewis - und in Begleitung ihrer Eltern. Die scheinen ihre Kids mit dem Swingsound gefüttert zu haben! Das Ergebnis ist eine Sensation aus dem Norden Londons. Mit Vollblutgesang, unüberhörbarem britischen Akzent und allen Instrumenten von Klavier, Gitarre, Banjo über Ukulele, Akkordeon, Posaune bis zu Kontrabass, Schlagzeug und Mundharmonika. Volker Sippel, Cheftechniker des Pumpenhauses, konnte die Band für das einzige Deutschlandkonzert gewinnen und damit ein weiteres Highlight in der Reihe „Musik, die unsere Techniker lieben“. Das Konzert startet am Sonntag, 21. März, um 20:30 Uhr, der Vorverkauf hat begonnen.</p>
<p class="bodytext">Zuhause im heimischen Studio entstehen die zwei ersten Singles; dann spielt die Familienband auf zahlreichen englischen Festivals und als Support von Bands wie Razorlight, The Pipettes, Mika, The Concretes und The Cuban Brothers. Die Haupteinflüsse ihrer Songs sind nicht zu überhören. Ihre Plattensammlung reicht von Louis Jordan, Louis Armstrong, John Lee Hooker, Johnny Cash, Little Richard, Mississippi John Hurt über Nina Simone, Ray Charles, Robert Johnson und natürlich Elvis Presley. Im August 2008 erscheint mit &quot;Kitty, Daisy &amp; Lewis&quot; das offizielle Debüt der Durhams. Zehn Songs im Retro der 40er und 50er Jahre, schwungvoll, Rockabilly-mäßig umgesetzte Klassiker, eigene Kompositionen mit viel Gefühl und Leidenschaft. </p>
<p class="bodytext">Auf der Bühne wechseln sie untereinander die Instrumente und präsentieren dem euphorischen Publikum amüsante Texte und schnörkellose Interpretationen, Rhythmen die ins Blut gehen und einfach gute Laune machen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Vorverkauf </strong></p>
<p class="bodytext">WN-Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13 48143 Münster Tel. 0251/ 69 05 93 und Jörgs CD-Forum, Alter Steinweg 4, Münster, Tel. 0251/ 58889</p>
<p class="bodytext">Theater im Pumpenhaus, Gartenstraße 123, Münster, Tel. 0251/ 233443</p>
<p class="bodytext">» <a href="www.pumpenhaus.de">www.pumpenhaus.de</a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Blog</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 16:50:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>ANVIL - DIE GESCHICHTE EINER FREUNDSCHAFT</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M5b7ed1f9866.0.html</link>
			<description>Einst waren sie bewunderte Wegbereiter des thrash metal – 30 Jahre, 13 Alben und unzählige...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>*** ANVIL – DIE GESCHICHTE EINER FREUNDSCHAFT / ANVIL! THE STORY OF ANVIL * USA 2008 * Musik: Anvil<em></em>, David Norland, Phantom-X, Iron Mask, Icory<em></em><em></em><em></em>, u. a. * Drehbuch und Regie: Sacha Gervasi * Darsteller/-innen: Steve „Lips“ Kudlow, Robb Reiner, Glenn „G5“ Gyorffy, Ivan Hurd, Chris Tsangarides, Tiziana Arrigoni, Cut Loose, Mad Dog, Lars Ulrich, Lemmy Kilmister, Scott Ian, Slash, Tom Araya, Michael Schenker, Scorpions, Whitesnake, Bon Jovi,&nbsp;<em></em><em></em><em></em>u. v. a. * [OmU] * 80 Minuten * (10 von 10 Punkten) ***</strong></p>
<p class="bodytext"><em>„Metal on metal / It’s what I crave / The louder the better / I’ll turn in my grave“ (Anvil)</em></p>
<p class="bodytext"><em>„You think I’d crumble / You think I’d lay down and die / Oh no, not I / I will survive“ (Gloria Gaynour)</em></p>
<p class="bodytext"><strong>Synopsis:</strong> <a href="http://www.cinema-muenster.de" target="_blank" >Cinema Münster</a>, Montag, 22. Februar 2010, 20.30 Uhr. Dies ist eine Vorpremiere, die in Zusammenarbeit mit dem hiesigen, legendären club <a href="http://www.gleis22.de" target="_blank" >Gleis 22</a> zu Stande gekommen ist, also gibt es nicht das sonst übliche Kino-Vorprogramm. Stattdessen steht eine einsame Plattenhülle vor der Leinwand, darauf ein Amboss und die Worte „<em>Anvil</em> – Live in concert“ (Metal Blade Records, 1989). Nebenan steht ein ebenso betagter wie portabler Plattenspieler und dudelt tapfer das vor sich hin, was ein Mitschnitt eines <em>Anvil</em>-Konzertes in Japan Ende der 80er darstellen soll. Was ohnehin schon surreal daher kommt, wird angesichts dessen, was danach 80 Minuten über die Leinwand flimmert, nur noch unglaublicher:</p>
<p class="bodytext">No, THIS ISn’t SPINAL TAP – it’s <em>Anvil</em>!: Dass <em>Anvil</em> tatsächlich existieren, dass es diese band ohne Scheiß wirklich gibt, ist nicht nur angesichts der zahlreichen SPINAL TAP-Momente (Regie: Rob Reiner – ist das nun Zufall oder Schicksal?), die Sacha Gervasi hier eher unfreiwillig vor die Linse und man als irgendwann restlos in Tränen aufgelöster Zuschauer zu sehen bekommt, nämlich dennoch nicht zu fassen:</p>
<p class="bodytext">ANVIL! THE STORY OF ANVIL erzählt die unglaublicherweise wahre Geschichte der Sandkastenfreunde Steve „Lips“ Kudlow (lead vocals / lead guitar) und Robb Reiner (drums) und ihrer band <em>Anvil</em>, welche 1982 mit ihrem gerade erst zweiten Album „Metal on metal“ den Weg für die großen Vier (<em>Anthrax</em>, <em>Megadeth</em>, <em>Metallica</em>, <em>Slayer</em>) des von ihnen quasi erfundenen genres thrash metal ebneten, nur um wenig später in der Versenkung zu verschwinden, sich dennoch nicht aufzulösen und nicht ohne dabei sage und schreibe 10 lächerlich erfolglose Alben heraus zu bringen.</p>
<p class="bodytext">Drehbuchautor, Regisseur und <em>Anvil</em>-fan der ersten Stunde, Sacha Gervasi, begleitet die beiden ungleichen Freunde fürs Leben (Robb ist Sohn eines ungarischen Auschwitz-Überlebenden, Edward Hopper-Verehrer und Kunstmaler, „Lips“ ist das schwarze Schaf seiner gleichfalls jüdischen Familie) auf ihrer größten (und unfasslich desaströsen) Tour seit 20 Jahren durch Schweden, Tschechien, Rumänien, Deutschland etc. im Jahre 2005 und bei den Aufnahmen zu ihrem dreizehnten Album („This is thirteen“, 2007), das, obwohl sie es mit ihrem Lieblingsproduzenten Chris Tsangarides (der nicht nur ihr legendäres „Metal on metal“-Album produziert hat, sondern auch <em>Black Sabbath</em>, <em>Thin Lizzy</em> &amp; Co.) in der beschaulichen englischen Grafschaft Dover aufnehmen, bei keiner Plattenfirma unterbringen können …</p>
<p class="bodytext">Als sich scheinbar alles gegen die zunehmend verzweifelten und sich untereinander zerfleischenden heavy metal-Blutsbrüder zu wenden scheint, erreicht „Lips“ ein Anruf aus Japan …</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik:</strong> Schlichte Mathematik ist hier ausnahmsweise mal hilfreich: „Monsters of Transylvania“-Festival, Târgu Mures, Rumänien, 2005: Fassungsvermögen der Konzerthalle: 10.000 Zuschauer. Anwesend: 174. Headliner: <em>Anvil</em>. Steve „Lips“ Kudlow dazu im Vorfeld: „10.000 fans! Sogar der Bürgermeister von Transylvanien [sic!] soll da sein!“</p>
<p class="bodytext">Und das ist nur ein „zum Beispiel“.</p>
<p class="bodytext">Drehbuchautor und Regisseur Sacha Gervasi ist auch gerade deswegen schlichtweg ein Genie. Denn wie sehr sich seine Lieblings-band <em>Anvil</em>, insbesondere das ewige, ständig mit weit aufgerissenen, staunenden Augen auf die Welt blickende, Kind in Familienvatergestalt, Steve „Lips“ Kudlow auch am Rande der Lächerlichkeit und bisweilen weit darüber hinaus bewegt, Sacha Gervasi lässt es niemals zu, dass „Lips“, Robb &amp; Co. zu Witzfiguren verkommen. </p>
<p class="bodytext">Stattdessen weint man sich als geneigter Betrachter die Augen aus und ist dank Gervasi auch irgendwann stolz darauf, weil da nämlich keine schwermetallenen Lachtränen in die längst geleerte Bierflasche tropfen (wer denkt schon daran, ausgerechnet Taschentücher in eine heavy metal-Doku mitzunehmen?), sondern weil man Rotz und Wasser über eine Männerfreundschaft vergießt, die rührender ist als CASABLANCA, LOVE STORY und VOM WINDE VERWEHT zusammen. Und das ist noch maßlos untertrieben.</p>
<p class="bodytext">ANVIL ist aber eben nicht nur die GESCHICHTE EINER FREUNDSCHAFT in einer zugegeben etwas antiquiert tönenden thrash metal band, gegen deren output selbst <em>Iron Maiden</em> progressiv klingen, sondern auch eine Ode an das Durchhaltevermögen des menschlichen Geistes, ein TRIUMPH DES WILLENS, ohne falsches Pathos, ohne unreflektierte Heldenverehrung und vor allem ohne auch nur irgendetwas beschönigen zu wollen:</p>
<p class="bodytext">Nach dem schönsten happy end der Dokumentarfilmgeschichte stehen „Lips“ und Robb zwar exakt an der Kreuzung in Shibuya, Tokio, Japan, an der sich vor gar nicht allzu langer Zeit die Wege von Bill Murray und Scarlett Johansson in einem der schönsten Liebesfilme aller Zeiten trennten: <a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/2004/01/27/lost-in-translation-2/" target="_blank" >LOST IN TRANSLATION</a>. Dabei haben sie am Ende nichts weiter erreicht, als auf einem metal festival als erster act auf dem line-up, um 11.35 Uhr morgens, das Haus zu rocken. </p>
<p class="bodytext">Schlichte Mathematik ist hier ausnahmsweise mal hilfreich: Tokio, Japan, 2007: Fassungsvermögen der Konzerthalle: 20.000 Zuschauer. Anwesend: 20.000. Opening act: <em>Anvil</em>. Steve „Lips“ Kudlow dazu, später: „Look, Godzilla!“</p>
<p class="bodytext">P.S.: <em>Anvil</em> haben bis heute keinen Plattenvertrag. Sie vertreiben ihre Platten, t-shirts, ihre <a href="http://www.anvilbook.co.uk" target="_blank" >Autobiographie</a> (quasi das Buch zum Film, mit einem Vorwort von Slash) und sonstigen merchandise über ihre <a href="http://my.tbaytel.net/tgallo/anvil/" target="_blank" >homepage</a>.</p>
<p class="bodytext">Kaufen! Alles!</p>
<p class="bodytext">Sonst Satan.</p>
<p class="bodytext">(Kinostart: 11. März 2010)</p>
<p class="bodytext">(<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com</a>)</p>]]></content:encoded>
			<category>Filmkritik</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 21:11:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>UP IN THE AIR</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M506ebf2f0ac.0.html</link>
			<description>Regisseur Jason Reitman bekommt seinen Star und ist längst kein Geheimtipp mehr. Sein UP IN THE AIR...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Up in the air	&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; (USA 2009)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Regie: Jason Reitman. Buch: Jason Reitman und Sheldon Turner. Nach dem Buch von Walter Kirn. Kamera: Eric Steelberg. Schnitt: Dana E. Glauberman. Musik: Rolfe Kent<br> Mit: George Clooney (Ryan Bingham), Vera Farmiga (Alex Gohan), Anna Kendrick (Natalie Keener), Jason Bateman (Craig Gregory), Danny McBride (Jim Miller), Melanie Lynskey (Julie Bingham), Amy Morton (Kara Bingham) u. a.<br> 109 Minuten &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;	(7 von 10 Punkten)</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Synopsis:</strong> USA, Gegenwart. Ryan Bingham ist ein gut situierter, perfekt organisierter und frei von emotionalen Bindungen lebender Flugnomade Ende 40, dessen Aufgabe es ist, Angestellten anderer Firmen die Kündigung im persönlichen Gespräch beizubringen. Auf einer seiner Reisen lernt er die seelenverwandte Vielfliegerin Alex Gohan kennen. Als seine neue Kollegin Natalie Keener ein Verfahren der Entlassung per Video-Mitteilung vorschlägt, nimmt er die Novizin mit auf Tour, um sie Vor-Ort-Erfahrung machen zu lassen. Die Nähe zu den beiden Frauen sowie die Hochzeit seiner Schwester führen schließlich dazu, dass Bingham den Wert seiner Lebensführung überdenkt.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik:</strong> Regisseur und Autor Jason Reitman erklärte in einem Interview, seine beiden letzten Filme THANK YOU FOR SMOKING (2006) und <a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/2008/03/22/juno/" target="_blank" >JUNO</a> (2007) seien nur wegen guter Kritiken und seiner Überzeugungsarbeit vom Publikum besucht worden, während UP IN THE AIR allein durch die Erwähnung von George Clooney die Kinos fülle*. Klar ist: Die Fans des 48-jährigen Stars werden nicht enttäuscht. Clooney Darstellung eines smarten Singles mit Platin-Karten und VIP-Status ringt zugleich Bewunderung und Amüsement ab, die Choreographie bewährter Handgriffe und Laufwege im Flughafen-Dschungel gleich zu Filmbeginn ist meisterhaft inszeniert, der Off-Kommentar vergnüglich. Nach wenigen Minuten wird deutlich, dass Reitmans Filme keine Zufallserfolge waren. </p>
<p class="bodytext">Clooneys Performance als Bingham ist selbst dann faszinierend, wenn er souverän und aalglatt völlig arglosen Angestellten die Kündigung mitteilt und sein Repertoire an wohlplatzierten Gesten, Tonfällen und Worthülsen zum Besten gibt. Ein Profi, der das Verkünden von Hiobsbotschaften zu einer Kunst gemacht hat. Aus seiner Motivation macht er keine Mördergrube. Als Redner in Motivationsseminaren betitelt er abfällig beziehungstreue Menschen als “monogamous swans”, sich selbst jedoch als “shark”, der persönliche Bindungen als Last empfände, die er wie einem Rucksack mit sich trüge. </p>
<p class="bodytext">Dass solche Charaktere zu bekehren sind, liegt in der Erwartung des Publikums. Mit einer großartigen Vera Farmiga als Alex wird Clooney auch ein Co-Star mit genügend Präsenz und Gewicht gegenüber gestellt, um ihm Paroli zu bieten. Wenn sie aufeinander treffen, knistert es merklich in der Luft. Ein Exkurs vom glamourösen Parkett seiner Arbeitswelt weg zur Hochzeit der Schwester leitet dann unweigerlich die Katharsis ein. Das ist nicht unvorhersehbar, die Atmosphäre driftet merklich ins Sentimentale ab, Binghams Familie gleicht vom Aussehen und Verhalten sehr den “Normalos”, die er fortwährend feuert …, wenn’s hier nicht passiert, wann dann?</p>
<p class="bodytext">Indes: Regisseur Reitman sträubt sich gegen die Bezeichnung “romantische Komödie”. Sein Film soll auch eine Kritik an gegenwärtigen Kapitalismus und der Hire&amp;Fire-Mentalität sein. Nicht umsonst wurden Laien-Darsteller aus dem Raum Detroit und St. Louis gecastet, die unlängst selbst den Job verloren hatten. Die (Langzeit-)Wirkung ihrer authentischen Aussagen ist allerdings begrenzt. Der Zynismus geht unter angesichts der anderen Aspekte der Haupthandlung, die ins Komödiantische laufen. Reitman hat ein Händchen für spritzige Dialoge (insbesondere die Rivalität zwischen Bingham und der forschen Newcomerin Natalie zählen zu den Highlights), als Unterstreichung der Kritik an der Freisetzung von menschlichen Produktionsmitteln sind sie hingegen kontraproduktiv. </p>
<p class="bodytext">UP IN THE AIR erhält von der Kritikergemeinde fast durchweg gute Beurteilungen, und jene waren für mich der Grund, den Film anzusehen. Jetzt muss ich mich aber der zutreffenderen der weniger namhaften Wochenschau “na dann” anschließen: <em>Jason Reitmans gewagte Gradwanderung zwischen Kapitalismuskritik und Feel-Good-Komödie ist zwar der richtige Film zur richtigen Zeit, aber dennoch zu schablonenhaft und vorhersehbar, um länger als auf dem Nachhauseweg hängen zu bleiben.</em>**</p>
<p class="bodytext">———————————–<br> *Sight and Sound, 20 (2010) 2, S. 30<br> ** sirk in: na dann, Ausgabe 5 (2010) = 04.-10.02.2010, S. 4</p>
<p class="bodytext">(<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com</a>)</p>]]></content:encoded>
			<category>Filmkritik</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 16:48:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>RICHMOND FONTAINE</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M500a6f2cc5a.0.html</link>
			<description>*** RICHMOND FONTAINE (Portland, Oregon, USA) + HARUKO &amp; HLYNUR GUDJONSSON (Bremen / Osnabrück) *...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><em>&quot;VLAUTIN ist Romancier und Sänger, song-Schreiber, Gitarrist von RICHMOND FONTAINE. Wie die Romane, so sind auch seine songs, so ist die band. Lässig, beiläufig, unglamourös und unglaublich gut. Ein paar mittelalte Typen, die aussehen, als kämen sie gerade von der Arbeit - in Flanellhemden, staubigen Jeans und derben Schuhen - nehmen sich ein Bier, stöpseln Gitarren ein, einer setzt sich ans Keyboard, einer hinters Schlagzeug. Und dann haben sie wieder mordsmäßigen Spaß, sich und ihre fans mit leidenschaftlichem Lärm und melancholischen Balladen zu berauschen. In VLAUTINs Stimme mischt sich schüchterne Zerbrechlichkeit mit trotzig entschlossenem, schotterigem Krächzen. Die meisten seiner bittersüßen Songs stammen vom neuen Album, dessen poetischer Titel eigentlich schon alles sagt über VLAUTINs sehnsuchtsvolle Geschichten zwischen anrührender Tristesse und ungebrochener Hoffnung: We used to think the freeway sounded like a river. Famos.&quot; (Der Tagesspiegel)</em></p>
<p class="bodytext">WILLY VLAUTIN stammt aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reno_%28Nevada%29" target="_blank" class="ext" >Reno, Nevada</a>, wo er mit 16 Jahren seine erste band gründete. Da ihm dort aber nur Kojoten zuhören wollten, zog er nach ... gähn ... wohin wohl ... genau ... (indie music capital of the western hemisphere) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portland_%28Oregon%29" target="_blank" class="ext" >Portland, Oregon</a>. Dort gründete er 1994 die band RICHMOND FONTAINE, welche seitdem zwölf Alben (mit so illustren Gastmusikern wie <a href="http://www.myspace.com/howegelb" target="_blank" class="ext" >HOWE GELB</a>, <a href="http://www.myspace.com/casadecalexico" target="_blank" class="ext" >CALEXICO</a>, usw.) veröffentlicht hat, die man nahezu allesamt bei <a href="http://www.glitterhouse.com/" target="_blank" class="ext" >Glitterhouse Records</a> käuflich erwerben kann.</p>
<p class="bodytext">Im Grunde seines Herzens ist WILLY allerdings Romancier, den man bereits mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Carver" target="_blank" class="ext" >RAYMOND CARVER</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Steinbeck" target="_blank" class="ext" >JOHN STEINBECK</a> verglichen hat. (Auf deutsch sind im Berlin Verlag bislang &quot;Motel Life&quot; und &quot;Northline&quot; erschienen - beides todtraurige Werke über Ausgestoßene der Gesellschaft in den an Casinos reichen, an menschlicher Wärme allerdings armen Neonlichtwüstenoasen Reno, bzw. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Las_Vegas" target="_blank" class="ext" >Las Vegas, Nevada</a>.) Seinen schriftstellerischen background lässt er auch in die Musik seiner band einfließen, die man getrost als im besten Sinne konservativ instrumentierten alternative country titulieren kann. VLAUTINs Texte allerdings sind es, die RICHMOND FONTAINE aus der Masse dieses genres hervor heben und die das Quartett als &quot;literarische band&quot; in die Nähe von Gruppen wie <a href="http://www.myspace.com/okkervilriver" target="_blank" class="ext" >OKKERVIL RIVER</a> oder <a href="http://www.myspace.com/shearwater" target="_blank" class="ext" >SHEARWATER</a> rücken lässt.</p>
<p class="bodytext">Einen Mädchenschwarm wie OKKERVIL RIVERs <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Will_Sheff" target="_blank" class="ext" >WILL SHEFF</a> haben RICHMOND FONTAINE allerdings nun mal so gar nicht zu bieten, vielmehr ist man allesamt so um die 40, leicht angegraut und bauchansätzig, also nicht gerade hip, in etwa so wie <a href="http://www.myspace.com/thewrens" target="_blank" class="ext" >THE WRENS</a>. Brauchen sie auch nicht zu sein, angesichts ihrer tief in US-amerikanischer roots music verwurzelten Stücken, die trotzdem immer mit reichlich pop appeal versehen sind, ohne dabei gleich <a href="http://www.myspace.com/thedecemberists" target="_blank" class="ext" >DECEMBERISTS</a>sche Orchestralität anzunehmen: RICHMOND FONTAINE sind eine durch und durch sympathische, völlig unprätentiöse und immer auf dem Boden gebliebene band, die es erst mit ihrem jüngsten Album mit dem schönen Titel &quot;We used to think the freeway sounded like a river&quot; in die charts geschafft haben ... in Großbritannien - RICHMOND FONTAINE: File under &quot;work&quot;, not &quot;hype&quot;.</p>
<p class="bodytext">Im Vorprogramm gibt es die weitaus jüngeren SUSANNE STANGLOW und ULRICH SCHMITZ mit ihrem traumhaften neo folk auf die Ohren, welche sich als isländisches Geschwisterpärchen unter dem Namen HARUKO &amp; HLYNUR GUDJONSSON tarnen. Dabei stammt man / frau aus dem an Geysiren eher armen Osnabrück, wohnt jetzt in Bremen, singt Englisch und ist auch sonst schwer kosmopolit. Und traurig: Denn &quot;sad folk&quot; lautet die Selbstbezeichnung der beiden für das, was sie Euch darbringen wollen, wobei diesbezüglich natürlich die Referenzfolie <a href="http://www.myspace.com/princebonniebilly" target="_blank" class="ext" >BONNIE &quot;PRINCE&quot; BILLY</a> aus der genre-Schublade gezogen werden muss.</p>
<p class="bodytext"><strong>::: Links :::</strong></p>
<p class="bodytext">- <a href="http://www.willyvlautin.com" target="_blank" class="ext" >http://www.willyvlautin.com</a><br> - <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Willy_Vlautin" target="_blank" class="ext" >http://en.wikipedia.org/wiki/Willy_Vlautin</a><br> - <a href="http://www.berlinverlage.de/autor/autorDetails.asp?autorID=661" target="_blank" class="ext" >http://www.berlinverlage.de/autor/autorDetails.asp?autorID=661</a></p>
<p class="bodytext">- <a href="http://www.richmondfontaine.com" target="_blank" class="ext" >http://www.richmondfontaine.com</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/richmondfontaine" target="_blank" class="ext" >http://www.myspace.com/richmondfontaine</a><br> - <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Richmond_Fontaine" target="_blank" class="ext" >http://en.wikipedia.org/wiki/Richmond_Fontaine</a><br> - <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richmond_Fontaine" target="_blank" class="ext" >http://de.wikipedia.org/wiki/Richmond_Fontaine</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/Richmond+Fontaine" target="_blank" class="ext" >http://www.lastfm.de/music/Richmond+Fontaine</a></p>
<p class="bodytext">- <a href="http://hlynur.tumblr.com" target="_blank" class="ext" >http://hlynur.tumblr.com</a><br> - <a href="http://hlynurgudjonsson.hl.funpic.de" target="_blank" class="ext" >http://hlynurgudjonsson.hl.funpic.de</a><br> - <a href="http://www.myspace.com/hlynurgudjonsson" target="_blank" class="ext" >http://www.myspace.com/hlynurgudjonsson</a><br> - <a href="http://www.lastfm.de/music/Hlynur+Gudjonsson" target="_blank" class="ext" >http://www.lastfm.de/music/Hlynur+Gudjonsson</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Konzerttipp</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 15:21:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>SHOTGUN STORIES</title>
			<link>http://www.mynster.de/Detail.64+M579ed0e0a01.0.html</link>
			<description>Blutrache auf den Baumwollfeldern von Arkansas: Son, Boy und Kid Hayes, verbitterte Abkömmlinge des...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>*** SHOTGUN STORIES * USA 2007 * Musik: Lucero,&nbsp;<em></em>Bennie Mardones, Ben Nichols, Pyramid<em> </em>* Kamera: Adam Stone * Drehbuch und Regie: Jeff Nichols * Darsteller/-innen: Michael Shannon, Douglas Ligon, Barlow Jacobs, Natalie Canderday, Glenda Pannell, Lynnsee Provence, Michael Abbott Jr., G. Alan Wilkins, David Rhodes, Travis Smith, Cosmo Pfeil, Coley Capany, Gary Hawkins, Cole Hendrixson, Mark W. Johnson, Tom Kagy, Vivian Morrison Norman, Tucker Prentiss, Wyatt Ashston Prentiss, u. a. * [OmU] * 92 Minuten * (7 von 10 Punkten) ***</strong></p>
<p class="bodytext"><em>„And if you love him / Oh, be proud of him / ‘Cause after all he’s just a man / Stand by your man“ (Tammy Wynette)</em></p>
<p class="bodytext"><em>„I know it’s hopeless hell / Ain’t big enough to hold us back / Come on let’s pick a fight / We hunt for trouble tonight“ (Astronautalis)</em></p>
<p class="bodytext"><strong>Synopsis:</strong> Die drei Brüder Son (Michael Shannon), Boy (Douglas Ligon) und Kid (Barlow Jacobs) Hayes, allesamt verarmte Gelegenheitsarbeiter, sind nicht nur Abkömmlinge des white trash der amerikanischen Südstaaten (in diesem Fall Arkansas), sondern auch verbitterte Sprösslinge einer kaputten Familie.</p>
<p class="bodytext">Ihr verhasster Vater dagegen hat in ihren Augen den Absprung geschafft, eine neue Frau geheiratet und ihre noch verhassteren Stiefbrüder aufgezogen – ihr Anblick allein bedeutet stete Demütigung.</p>
<p class="bodytext">Als Vater Hayes stirbt, kommt es bei seiner Beerdigung zum längst überfälligen Eklat: Son redet schlecht über ihn und spuckt auf den Sarg. Eine Schlägerei während der Trauerzeremonie kann gerade noch verhindert werden, doch die vier Halbbrüder von Son, Boy und Kid wollen diese Schmach nicht ungesühnt lassen: Sie töten Boys’ Hund Henry mit Hilfe einer ausgesetzten Giftschlange.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik:</strong> Jeff Nichols, zusammen mit seinem Bruder Ben, der hier mit seiner band <em>Lucero</em> den kargen, aber wunderschönen soundtrack beisteuert, in Arkansas aufgewachsen, hat seinem Heimatstaat, der hierzulande wohl nur dadurch einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, weil der ehemalige US-amerikanische Präsident Bill Clinton dort mal Gouverneur war, mit seinem Drehbuch- und Regiedebüt ein wenig schmeichelhaftes filmisches Denkmal gesetzt, in etwa vergleichbar mit dem bitteren Abgesang von Phil Morrison auf dessen Heimat North Carolina in dem wunderbaren <a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/2007/03/02/junebug/" target="_blank" >JUNEBUG</a>.</p>
<p class="bodytext">War Morrisons Werk immerhin noch von anheimelndem Humor durchdrungen, hellt in SHOTGUN STORIES allerdings keinerlei Lächeln oder beiläufig angedeuteter Witz die triste Szenerie auf: Nichols umschifft nahezu sämtliche optisch nahe liegenden Südstaaten-Klischees (Arkansas sieht überraschenderweise aus wie Ostwestfalen), wobei sein Kameramann Adam Stone dennoch immer wieder „Bilder zum Niederknien“ (epd Film) findet, was die durchweg düstere Grundstimmung der SHOTGUN STORIES aber auch nicht retten kann:</p>
<p class="bodytext">Präzise und unerbittlich dokumentiert, nehmen die Blutrache-Gelüste der eigentlich gar nicht so verschiedenen Halbbrüder ihren verhängnisvollen Lauf, doch die Gewalt wird dankenswerterweise nur angedeutet. Vielmehr sind es die verhärmten und verhärteten Gesichter, allen voran das des wieder einmal erschütternd intensiven Michael Shannon, der hier erneut eine Oscar-reife performance, wie schon in <a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/2009/01/22/zeiten-des-aufruhrs/" target="_blank" >ZEITEN DES AUFRUHRS</a> geschehen, abliefert, die den wahren Schrecken, der von diesem American gothic-Gespenst von Film ausgeht, unbarmherzig verbreiten.</p>
<p class="bodytext">Nicht nur was die Ausblendung von Brutalo-Szenen angeht, unterläuft SHOTGUN STORIES, während sich die gelinde gesagt unangenehme Handlung zu einem wahren Blutschwall zu entwickeln droht, dabei konsequent etwaige Erwartungshaltungen des dennoch jederzeit unangenehm berührten Publikums:</p>
<p class="bodytext">Denn das „Ende“ von SHOTGUN STORIES treibt dieses gekonnte Spiel nur noch auf die Spitze – es lediglich „offen“ zu nennen, wäre eine Untertreibung. Plötzlich hält die Gewaltspirale inne, fast sowas wie Hoffnung ist dann doch endlich spürbar, die allerdings angesichts des gewaltigen 90 Minuten andauernden Schattens, die Nichols &amp; Co. einem hier auferlegen, einfach nur trügerisch daher kommen kann. </p>
<p class="bodytext">SHOTGUN STORIES schafft es, mit karger Bildsprache und rudimentärer Tonspur, männliche Gewalt und die grenzenlose Dummheit, die mit ihr einher geht, ohne falsches Pathos oder gar einen Anflug von Moralgedusel auf die Leinwand zu bringen: Ländliches, nicht nur geographisch gesehen weitab von Hollywood funktionierendes Kino, das allerdings bei Betrachtung wenig Freude hinterlässt, weil hier alle Charaktere wie menschliche Sprengkörper durch die Gegend laufen, jeglicher Humanismus im Keim erstickt wird und sich ein Gefühl von solch grenzenlosem Kummer breitmacht, dass SHOTGUN STORIES, so sehenswert er auch sein mag, einem nicht nur das Cinéasten-Herz, sondern gleich auch noch den Rücken bricht.</p>
<p class="bodytext">Und sich nicht eine Sekunde dafür schämt.</p>
<p class="bodytext">Was für ein böser Film.</p>
<p class="bodytext">(<a href="http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >http://unverstaendlichesgespraech.wordpress.com</a>)</p>]]></content:encoded>
			<category>Filmkritik</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 17:39:00 +0100</pubDate>
			
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